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Zuletzt veröffentlicht am:
03.03.2019

© Copyright MGV 1859 Muggensturm e.V.

Ein Streifzug durch die Geschichte des MGV

Gründungsurkunde
Gründungsurkunde
von Bernhilde Bauer

Die Anfänge

1848 - 1913

Die turbulenten Revolutionsjahre von 1848 bis 1849, die das Kulturleben lahm legten, werden durch den Einmarsch der preußischen Truppen unter Prinz Wilhelm beendet. Der Versuch, aus und mit dem Volk eine deutsche Einheit zu schaffen, scheitert. Bis in diese Zeit gehen die ersten Initiativen um einen gepflegten vierstimmigen Männerchor in unserer Heimatgemeinde zurück.

Vergilbte Blätter aus diesen Jahren zeugen davon, dass in dieser Notzeit unseres Vaterlandes ein Häuflein sangesfreudiger Vorfahren sich zusammenschart und am
11. Dezember 1859 den Männergesangverein Muggensturm gründet. Das junge Pflänzlein gedeiht und entwickelt sich im Laufe der Zeit zu einem starken, blühenden Verein, in dem, geprägt von einer friedlichen, erfolgreichen Arbeit und getragen von Frohsinn und Kameradschaft, das Deutsche Liedgut eine feste Heim- und Pflegestätte findet.

In den folgenden Vereinsjahren erfüllen viele Vorstände und Dirigenten mit Überzeugung und Leidenschaft ihre Pflichten und fördern somit die Fortentwicklung des Männergesangvereins. Dabei bleibt das Bemühen um die Gewinnung und Heranziehung des Nachwuchses eine der wichtigsten Aufgaben.

Am 14. September 1862 wird der
Badische Sängerbund gegründet.

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Franziska Schraft
Franziska Schraft
Bereits im August 1863 gibt sich die Gemeinschaft Gleichgesinnter als sichtbares Zeichen der Verbundenheit und Geschlossenheit eine Vereinsfahne und feiert das Fest der Fahnenweihe. 30 Jahre später übrigens, 1893, wird das edle Tuch von der Stickereikünstlerin Franziska Schraft aufgefrischt.

Am 18. Januar 1871 dann die Reichsgründung. Im Deutschen Reich singt man „Heil dir im Siegerkranz“.

Der Initiative der damaligen Verwaltung ist es zu danken, dass sich die umliegenden Gesangvereine aus den Regionen Murgtal, Rastatt und der Hardt im Jahre 1880 in einer in Muggensturm stattfindenden Versammlung zum
„Eichelberger Sängerbund“ zusammenschließen, der bis 1914 besteht und aus dem der spätere „Mittelbadische Sängerkreis“ hervorgeht. Der damalige Sangesbruder Lehrer Sattler übernimmt als erster Präsident bis 1910 die Leitung dieses Bundes.

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Fahnenweihfest
Fahnenweihfest
25 Jahre Eichelberger Sängerbund
25 Jahre Eichelberger Sängerbund


Drei erste, besondere Meilensteine im Vereinsleben sowie für die Bevölkerung richtig große Volksfeste werden das 25-jährige Stiftungsfest am 7. September 1884 sowie zehn Jahre später, 1894, das Bundesliederfest und vom 1. bis 3. Juli 1905 das 25-jährige Jubiläumsfest des Eichelberger Sängerbunds.

Um die Jahrhundertwende hat der Männergesangverein eine erste, schwere Krise zu überstehen. Im Jahre 1900 kommt es durch die damaligen politischen Bestrebungen der Arbeiterbewegung zu einer Spaltung. Nur wenige, treue Sänger bleiben dem Verein erhalten, sein Fortbestand ist ernstlich gefährdet. Die Vorstände Anton Lutz, Bürgermeister Josef Schäfer und Bernhard Schnepf jedoch sorgen in den kommenden Jahren für Beruhigung und das Überleben des Vereins. So kann vom 22. bis 24. Mai 1909 das
50-jährige Stiftungsfest erfolgreich gestaltet und gefeiert werden.

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Gedenkblatt
Gedenkblatt
1914 – 1945

Am 28. Juli 1914 fallen die Schüsse von Sarajewo. Der 1. Weltkrieg bricht aus. Ein geordnetes Vereinsleben ist nicht mehr möglich und die positive Entwicklung kommt zum Stillstand. 18 Sängerkameraden, an die nebenstehendes Gedenkblatt erinnert, kehren nicht mehr in ihre Heimat zurück. Trotzdem belebt sich das Vereinsleben allmählich wieder, die Chorproben finden mehr und mehr Zuspruch und neue Sangesfreunde schließen sich an. Bei so genannten Preissingen erzielt der Männerchor große Erfolge und wird in der Region bald als Spitzenchor eingestuft.

Am 24. August 1920 schließt sich der Männergesangverein dem Badischen Sängerbund an.

Unter der Regie des überaus rührigen Idealisten Dr. Adolf Schick, der sich durch seine lange Vorstands- und Dirigententätigkeit große Verdienste erwirbt, des Chormeisters Stefan Baumann und des 2. Vorsitzenden Rudolf Zanger wird 1930 ein Konzertsingen mit 16 Gastvereinen im Rahmen der verspäteten Feiern zum
70-jährigen Jubiläum zusammen mit der
2. Fahnenweihe zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Die damalige Zeit und ihren Geist spiegelt ganz besonders der nachfolgende Willkommensgruß an die Gäste aus dem damaligen Festbuch wider:

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Dr. Adolf Schick
Dr. Adolf Schick

"Euch gilt der Gruß, ihr Sangesbrüder, um eure Fahnen treu geschart,
willkommen hier zum Kampf der Lieder, der Melodien süß und zart!
Willkommen uns in unsern Mauern, von duft’gen Blumen reich behängt,
mög’ die Erinnerung überdauern des Tages Glück, durch Kunst geschenkt!
Durch Kunst, die alle Herzen zündet und rascher, freud’ger schlagen lässt,
die unsere Seelen eng verbündet, so unauflöslich treu und fest.
Durch Kunst, die die geheimsten Tiefen der Menschenbrust erklingen macht
und Regungen, die vordem schliefen, zu tatenvollem Sein entfacht.
Durch Kunst, die unter allen Künsten am meisten wohl erquickt,
dass über dieses Lebens Dünsten die Seele sich beschwingt erhebt.
Willkommen drum zum Kampf der Lieder, der Melodien süß und zart,
Euch gilt der Gruß, ihr Sangesbrüder, um eure Fahnen treu geschart!
Willkommen uns in unsern Mauern, von duft’gen Blumen reich behängt,
mög’ die Erinnerung überdauern des Festtags Glück, durch Kunst geschenkt!"

Zunehmende politische Spannungen und eine Weltwirtschaftskrise führen 1932 zur Auflösung des Reichstags. Die zwangsläufige Machtergreifung der NSDAP im Frühjahr 1933 bewirkt den bekannten, verhängnisvollen Umbruch in der Geschichte des Deutschen Volkes. Die Auswirkungen des neuen Kurses machen auch vor der Sängerbewegung nicht halt. Die Vereinsführung wird überwiegend mit Parteimitgliedern der NSDAP besetzt, die Auswahl der Chorliteratur entsprechend angepasst. Trotz dieser ruhelosen Zeit kann der Männergesangverein am 13. November 1934 in Eigenständigkeit und alten Traditionen verpflichtet unter Vorstand Rudolf Zanger sein
75-jähriges Jubiläum begehen. Die Veranstaltung wird in schlichtem und trotzdem feierlichem Rahmen durchgeführt. Das Festkonzert wird für Chormeister Schlageter und die Sänger ein musikalischer Höhepunkt.

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Gasthaus Krone
Gasthaus Krone
Die Sangestätigkeiten im MGV finden mit dem Ausbruch des 2. Weltkriegs 1939 zunächst nicht ihr Ende. Unter der Chorleitung von Dr. Adolf Schick können insgesamt acht Chorwerke bei einer Veranstaltung des Winterhilfswerks zum Vortrag gebracht werden.

Fortwährende Einberufungen zum Militärdienst, die alliierten Luftangriffe und die Sorge um die Angehörigen daheim wie an der Front bringen das Vereinsleben endgültig zum Erliegen. Am 7. Mai 1945 erfolgt die bedingungslose Kapitulation der Hitler-Diktatur. Sämtliche Vereine werden von der Militärregierung aufgelöst. Auch der Männergesangverein muss innerhalb weniger Stunden sein Vereinslokal „Krone“ räumen und den Verlust vieler Erinnerungsstücke beklagen.

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Der Neuanfang

1946 - 1975


Festkomitee auf der Gänsweid
Festkomitee auf der Gänsweid
Überall in Deutschland, dessen Teilung besiegelt wird, beginnt der Wiederaufbau. Bald werden die ersten Zeichen des „Wirtschaftswunders“ sichtbar. Auch im MGV bleibt die Zeit nicht stehen. Unentwegten Idealisten gelingt die Wiederbegründung des Vereins am 15. Juni 1947. Mit Rudolf Zanger und Chormeister Stefan Baumann stellt sich wieder eine lebendige Entwicklung im Vereinsgeschehen ein.

Als erste Großveranstaltung nach dem Kriege wird vom 2. bis 4. Juli 1949 das
90-jährige Jubiläum gefeiert. Tische, Bänke und Festbühne auf dem damaligen Festplatz „Gänsweid“ müssen von den Mitgliedern selbst gezimmert werden. In einem so genannten „Kritiksingen“, das im Badischen Hof stattfindet, werden beachtliche Leistungen geboten – ein Dokument erfolgreichen Neubeginns im Chorgesang. Die Vereinsfahne schmückt eine von den Festdamen gestiftete Schleife. Eine der Damen hat bei der Übergabe die Ehre, der Fahne den folgenden von Fritz Schäfer verfassten Vierzeiler zu widmen.

„Der Ehren sind jetzt viel vergeben,
Doch eine noch vergessen lebt.
Der Fahne gilt sie, die uns allen
In Freud und Leid zur Seite weht.“

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Stefan Baumann
Stefan Baumann
Die Vereinsgeschichte wäre lückenhaft, wollte man nicht erwähnen, dass neben der Pflege des Chorgesangs auch die allen Sangesbrüdern eigene Freude an der Geselligkeit nicht vergessen wird. Bei den regelmäßig stattfindenden Weihnachtsfeiern, Tanzveranstaltungen und Ausflügen, aber auch beim Volksfest kommen immer wieder Frohsinn und übersprudelnder Humor in so reichem Maße zu ihrem Recht, dass ältere Mitglieder sicher mit Vergnügen der damaligen Tage gedenken.

Mit dem Wiederaufbau und dem „Wirtschaftswunder“ blüht auch der Verein wieder auf. Das 40-jährige Jubiläum von Chorleiter Stefan Baumann findet mit einem Konzert am 4. April 1954 die entsprechende Würdigung.

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Unter der tatkräftigen Führung des 1. Vorstands August Knapp und des unermüdlichen Chorleiters Dr. Adolf Schick erreicht der Verein dann das ehrwürdige Alter von 100 Jahren. Unter dem Leitspruch „In Freud und Leid zum Lied bereit“ feiert man vom 11. bis 13. Juli 1959 „Das Ereignis in Muggensturm“ - „100 Jahre Männergesangverein Muggensturm“. Ein volles Jahrhundert Vereinsgeschichte!

Die Patenschaft für das 100-jährige Geburtstagskind übernimmt der Arbeitergesangverein „Harmonie“. Die gesamte Gemeinde ist 3 Tage im Juli vom Festgeschehen geprägt und die Bevölkerung nimmt aufgeschlossen daran teil. Festzug, Kritiksingen, Ehrensingen und ein großer Bunter Abend mit eigenen Kräften bilden die Höhepunkte der Veranstaltungen. Mit Girlanden, Blumen und Tannengrün sind die Häuser des Dorfes geschmückt. Über 30 Vereine sind gekommen, um zu gratulieren und das Fest mitzuerleben. Schon am vorausgehenden Sonntag nimmt das Jubiläum mit dem Weckruf durch die Musikkapelle seinen Auftakt.

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Verwaltung & Festausschuss
Verwaltung & Festausschuss
Festgottesdienst
Festgottesdienst


Andreas Dahringer
Andreas Dahringer
Die umsichtige, sachliche Arbeit des 1. Vorstands Andreas Dahringer, der ab 1960 das Amt innehat, führt zu einer gesunden Fortentwicklung des Vereins. Ab 1960 übernimmt Franz Heck den Dirigentenstab und führt den Männerchor acht Jahre lang zu Höchstleistungen. Ein Wunschkonzert, Großkonzerte, Rundfunksingen und beachtliche Erfolge bei verschiedenen Kritiksingen dokumentieren seine hervorragende Arbeit.

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Gerhard Bauer
Gerhard Bauer
Ihm folgt 1968 der jugendliche Dirigent Gerhard Bauer, der neue, unkonventionelle Vorstellungen in den Chorgesang und die Sängerreihen einbringt. Er schreibt in der Festschrift zum 110-jährigen Jubiläum:

„In der Unruhe und Ratlosigkeit, die heute alle Lebensgebiete beherrscht, verkörpert der MGV Muggensturm wie eh und je den ruhenden Pol, das gemeinsame Dach, unter dem sich die Männer zur Pflege des Chorgesangs und nicht zuletzt zur eigenen Erbauung zusammenfinden. Die unaufhaltsame Technisierung und die damit einhergehende Entpersönlichkeit in der heutigen Zeit verlangen einen Ausgleich in der Pflege unserer Kulturgüter. Hier hat besonders die Musik als Spiegelbild menschlichen Empfindens eine große Aufgabe zu erfüllen. Wenn der Jubilar seinen bisher eingeschlagenen Weg weitergeht, braucht man sich um seine Zukunft nicht zu sorgen.“

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Albert Zittel
Albert Zittel
Wer am Samstag, dem 14. Juni 1969, durch die Muggensturmer Dorfstraßen zieht, wird an die Volksfesttage erinnert. Die festliche Aufmachung gilt dem ältesten dörflichen Verein, dem MGV, der 3 Tage lang in gebührendem Rahmen seinen 110-jährigen Geburtstag feiert. Auch Bürgermeister Albert Zittel entbietet herzliche Willkommensgrüße an die Besucher des Festes. Eröffnet werden die Jubiläumsfeierlichkeiten mit einem Festgottesdienst, in dem Pfarrer Kunzmann in seiner Predigt betont, dass es heute ein Wagnis sei, eine solche Feier durchzuführen. Der Verein habe die lebendige Aufgabe, dem Prinzip des frohen Singens zu leben, schöpferische Kräfte zu wecken, zu fördern und sie in den Dienst der Gemeinschaft zu stellen. Der Mensch müsse den Mut aufbringen, sich vom Fernsehapparat lossagen zu können, um in dieser Gemeinschaft sich und anderen Freude zu bereiten. Ernst und gemessen intoniert darauf der Männerchor „Media Vita“, während dessen eine Abordnung bei gesenkter Fahne an den Stufen des Altars einen Kranz niederlegt.

Unter der Leitung von Gerhard Bauer findet am 25. Oktober 1970 in der Schulturnhalle zu Muggensturm ein beeindruckendes Opern- und Operetten-Konzert statt, zu dem extra ein Frauenchor gebildet wird. Im Jahre 1973 übernimmt dann Prof. Roland Weber die musikalische Leitung. Er zeichnet für ein ganz besonderes Konzert unter Mitwirkung des Mandolinenorchesters Ötigheim unter dem Motto „Chorgesang und Gitarrenklang“ am 13. April 1975 verantwortlich.

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Norbert Dahringer
Norbert Dahringer
Die Fortentwicklung

1976 - 1989

Unter der Vorstandschaft von Eugen Knapp wird am 13. Januar 1977 als neuer Dirigent Norbert Dahringer verpflichtet, der bereits als Mitglied und Vizechorleiter dem MGV verbunden war. Mit ihm kommen neue Ideen und neuer Schwung in die Reihen des Männerchors. Eine erfolgreiche Premiere, die große Anerkennung findet, feiern auch die „Happy Kids“, ein Kinderchor, den er 1977 gründet und zum festen Bestandteil des Vereins macht.

Unter dem Motto „Der MGV im Wandel der Zeit“ wird 1979 das
120-jährige Jubiläum gefeiert. Mit der Deutschen Bauernmesse in der Katholischen Pfarrkirche werden am 7. Oktober 1979 die Jubiläumsfeierlichkeiten eröffnet. Das Festkonzert am 14. Oktober vermittelt einen Einblick in die Musikalische Geschichte des Vereins. Dabei kommt von jedem der früheren Dirigenten ein Lied zu Ehren, das zugleich die Arbeit der Chorleiter und ihre Zeit widerspiegelt. Ein Volksliederabend der Gastvereine unter dem Motto „Werke großer Meister“ ist ebenfalls ein Programmpunkt zur 120-jährigen Vereinsfeier.

Mit „Melodien zum Muttertag“ folgt 1982 ein heiteres und besinnliches Konzert, in dem es Norbert Dahringer und seinen Sängern gelingt, nicht nur die Mütter zu begeistern.

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Josef Knapp
Josef Knapp
Der 1. Vorsitzende Josef Knapp hat die Ehre, am 12. Mai 1984 die Feierlichkeiten zum 125-jährigen Jubiläum zu eröffnen. Sie beginnen mit einem Jubiläumskonzert in der Wolf-Eberstein-Halle. Erstmalig zu Gast sind die Philharmoniker aus Baden-Baden. In seiner Laudatio hebt das von den Sängern zum Festpräsident ernannte Ortsoberhaupt Josef Glaser den herausragenden Stellenwert des Vereins im kulturellen Leben der Gemeinde hervor. Als weitere Veranstaltungen im Jubeljahr folgt der Festgottesdienst am 11. Juni, eine Ehrungsmatinee, in einem großen Festzelt vom 15. bis 17. Juni das Festwochenende mit Festbankett, Freundschafts- und Ehrensingen, und nicht zuletzt der Festzug. Mit einem Sängerwettstreit der örtlichen Vereine klingen die Feierlichkeiten aus.

Mit einem Galakonzert im Jahre 1987 wird auf das 10-jährige erfolgreiche Schaffen von Norbert Dahringer zurückgeblickt.

Anlässlich des
130-jährigen Jubiläums findet am 28. Mai 1989 unter dem Leitspruch „Marienverehrung in Musik und Gesang“ eine kirchenmusikalische Feierstunde in der Katholischen Pfarrkirche statt. Zur Geburtstagsfeier lädt der MGV zu einem Pokalsingen ein, in dem die erschienenen Vereine in einer Art Wettstreit ihr Können unter Beweis stellen können. Sieger wird der Sängerbund „Harmonie“ Balg mit seinem Dirigenten Alexi Kozorov.

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Albert Glasstetter
Albert Glasstetter

1990 - 2013

Nachdem über Jahre hinweg mit großer Mehrheit die Aufnahme von Frauen in den Verein abgelehnt wird, ist dann endlich 1991 durch eine Änderung der Vereinssatzung der Zugang der Frauen zum Chorgesang frei. Die Initiatoren Albert Glasstetter, der 1992 den Vereinsvorsitz übernimmt, und Norbert Dahringer freuen sich mit 32 Frauen über den Geburtstag eines eigenständigen Frauenchors am 26. März 1992. Er besteht seine erste große Bewährungsprobe beim Festkonzert in der Katholischen Pfarrkirche und der Konzertgala „Musik kennt keine Grenzen“ im Rahmen der 800-Jahr-Feierlichkeiten der Gemeinde Muggensturm im Jahre 1993.

Unter Mitwirkung des Philharmonischen Orchesters Baden-Baden, namhafter Solisten und des Tanzweltmeisterpaars Ralf Müller & Olga Müller-Omeltchenko aus Rastatt konnte Norbert Dahringer 1997 sein 20-jähriges Chorleiter-Jubiläum begehen.

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Manfred Großmann
Manfred Großmann
Die Jubiläumsfestschrift 140 Jahre Männergesangverein präsentiert sich ganz im Zeichen der neuen Zeit: „Go, MGV, Go!“. Vom 4. bis 6. Juni 1999 bietet der Verein unter dem 1. Vorsitzenden Manfred Großmann, der ab 1998 der Vereinsführung vorsteht, und Chorleiter Norbert Dahringer ein einzigartiges Programm. Mit dem „MarkplatzSingen“ der Jugend und dem internationalen Freundschaftssingen vieler Vereine geht für den MGV ein denkwürdiges Jubiläum in die Vereinsgeschichte ein. Ein Jungbaum als Symbol der Freundschaft, überbracht von den Sangesfreunden aus Bischoffszell in der Schweiz, erhält im Beisein von Bürgermeister Dietmar Späth seinen Ehrenplatz vor der Wolf-Eberstein-Halle.

Stehende Ovationen erntet der MGV für sein „Festival der Liebe“ am 21. November 1999 in der vollbesetzten Mehrzweckhalle. Unter der Leitung von Norbert Dahringer wird es ein Festival des Chorgesangs.

Erstmals nehmen auch der Frauenchor, der sich leichter Muse verschreibende 12er-Chor und der Jugendchor an einem offiziellen MGV-Jubiläum teil. Letzterer unter der Leitung von Matthias Barth besticht durch ausdrucksstarkes Liedgut und erfrischenden Gesang. Keine Mühe hatte der Kinderchor, mit seinen schwungvoll vorgetragenen Liedern die Herzen der Zuhörer zu erobern.

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Ludwig Anderer
Ludwig Anderer
2002, im Jahr der Drei Jubiläen, übernimmt Ludwig Anderer von Manfred Großmann die Amtsgeschäfte des 1. Vorsitzenden.

Der Frauenchor blickt auf sein 10-jähriges Bestehen zurück und feiert dies mit einem Festgottesdienst am 27. April und einem Festabend am 11. Mai. Zu Gast an diesem Abend sind mehrere Frauenchöre der Region, die in einem so genannten „DorfplatzSingen“ auf drei Bühnen um die Gunst der Zuhörer wetteifern.

Das Wochenende der Happy Kids vom 5. bis 7. Juli mit einem Empfang und einem Jubiläumsgottesdienst steht ganz im Zeichen der Freude über das 25-jährige Bestehen des Kinderchors.

Zu Ehren von Chorleiter Norbert Dahringer und in Anerkennung seiner Leistungen über den unvorstellbaren Zeitraum von 25 Jahren findet am 3. November eine Matinee statt. Neben den zahlreichen Ehrengästen aus Politik und Verband gratulieren auch das „Philharmonic Swing Trio“ und die Straßburger Opernsängerin Nathalie Gaudefroy mit ihrer musikalischen Umrahmung. Glanzvoller Höhepunkt aber ist das Galakonzert „Gratulationen“ am 25. November, mit dem sich Norbert Dahringer ein weiteres Mal ein chormusikalisches Denkmal setzt und seine Arbeit die entsprechende Würdigung findet.

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Helmut Knapp
Helmut Knapp
Im Jahre 2006 übernimmt Helmut Knapp als neuer 1. Vorsitzender die Führung und die Geschäfte des Vereins. Ihm zur Seite steht die 2. Vorsitzende Bernhilde Bauer, die bereits die Vorsitzenden Manfred Großmann und Ludwig Anderer tatkräftig unterstützte.

2007 wird wieder ein Jahr der Jubiläen. Dirigent Norbert Dahringer kann auf stolze 30 Jahre Chorleitung zurückblicken. Aus diesem Anlass findet am 6. Mai unter dem Motto „Sing mit mir“ ein begeisterndes Konzert statt, dem die Öffentlichkeit einmal mehr hohes Lob zollt.

Auch der von Norbert Dahringer gegründete Kinderchor kann sein 30-jähriges Bestehen feiern. Mit einem Auftritt beim Konzert zu Ehren seines Gründers, einem Grillfest mit Familienangehörigen am 9. Juni, einem dreitägigen Kinderchorwochenende vom 22. bis 24. Juni, und schließlich einer großartigen Jubiläumsparty am 7. Oktober werden diese drei Jahrzehnte gebührend gewürdigt.

Ebenfalls am 7. Oktober gibt der Frauen- und Männerchor zu Ehren der seit 100 Jahren bestehenden Katholischen Kirche „Maria, Königin der Engel“ in Muggensturm ein viel beachtetes Kirchenkonzert mit Marienliedern aus verschiedenen Epochen und Ländern.

Zu Ehren seines künstlerischen Leiters präsentiert der Jungendchor am 25. November vor ausverkauftem Haus
mit „10 Jahre Matthias Barth – Die Nacht der Stars“ eine mitreißende Show mit Musik, Gesang, Tanz und Unterhaltung.

Mit der Überreichung der Bronzenen Ehrennadel an den seit 15 Jahren bestehenden Frauenchor geht ein ereignisreiches Jahr zu Ende.

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Beatrice Herrmann nimmt als neue Chorleiterin ab 2007 die Geschicke der Jüngsten in die Hand.
Beatrice Hermann


Juna Tcherevatskaia

Im Jahr 2008 übernimmt Juna Tcherevatskaia die Leitung des Jugendchors, nachdem Matthias Barth sich nach 10 Jahren erfolgreicher Tätigkeit mit einem fulminanten Konzert verabschiedet hatte.



Bereits das Jahr 2008 wird geprägt und dominiert von den Vorzeichen eines ganz besonderen Jubiläums, dem der 150 Jahre Männergesangverein Muggensturm im Jahre 2009. Vereinsführung und Dirigenten wollen mit vielen Highlights im Jubiläumsjahr aufwarten. Es sollte eine echte Herausforderung in Sachen Planung und Organisation werden. Insbesondere Veranstaltungsprogramm und Festschrift erfordern hohen Aufwand.

2009 – ein Jahr emotionaler, tief bewegender Augenblicke im Vereinsleben des MGV Muggensturm. Das Jubiläumsprogramm wird bereits am Neujahrstag mit einem feierlichen Ökumenischen Gottesdienst eröffnet. Unter Mitwirkung des Musikvereins Muggensturm ziehen die Vereine der Sängergruppe Hardt mit ihren Standarten, die Chöre des MGV mit ihren Dirigenten und die Ehrengäste in die Katholische Kirche „Maria Königin der Engel“ ein. Zelebriert wird der Gottesdienst von Frau Pfarrerin Eger und Herr Pfarrer Haas.

Bei der NeujahrsGala am 5. Januar gratuliert das Polizeimusikcorps Karlsruhe unter der Leitung von Heinz Bierling.

Im Zuge der JubiläumsMatinee am 26. April wird die von Bernhilde und Manfred Bauer gestaltete Festschrift vorgestellt und die von Dirigent Norbert Dahringer aus gegebenem Anlass komponierte und arrangierte MGV-Hymne uraufgeführt.

Eine ganz außergewöhnliche Ehrung erfährt der MGV am 20. Juni mit der Verleihung der Conradin-Kreutzer-Tafel im Rahmen des Landesmusik-Festivals in Bühl. Die Auszeichnung für „150 Jahre künstlerische, volksbildende und kulturell bedeutende Verdienste um die Pflege der Laienmusik“ erhält der Verein aus der Hand von Kultusminister Helmut Rau.

Ein weiterer Höhepunkt in der umfangreichen Palette an Feierlichkeiten ist dann das dreitägige Jubiläumsfest vom 26. bis 28. Juni in und um die Wolf-Eberstein-Halle Muggensturm. Die Jungsänger eröffnen den Veranstaltungsreigen unter dem Motto „Sommer, Sonne, Strand und Mee(h)r“. Eine Premiere erlebt das vom Kinderchor des MGV einstudierte und dargebotene Musical „Bodo – Der Buddelschiffpirat“. Der Abend des zweiten Tages steht ganz im Zeichen der örtlichen Vereine, die mit diversen Showeinlagen das Publikum begeistern. Am dritten Tag machen 23 Gastvereine dem Jubelverein ihre Aufwartung und sorgen mit ihren Gesangsbeiträgen für beste Unterhaltung.

Ein großes Konzert, die GeburtstagsRevue „So lang in uns ein Feuer brennt“ am 29. November, beendet mit einem großen Finale die Jubiläumsfeierlichkeiten. Musiker, Solisten und Chöre des MGV begeistern mehr als 800 Besucher. Entscheidend zum Erfolg dieses kulturellen Erlebnisses tragen das Philharmonische Orchester Baden-Baden, die Band um Matthias Barth, die Sopranistin Yaroslava Golovanova, das Ballett der GroKaGe Muggensturm und Moderator Arndt Joosten bei. Nicht nur an der Großleinwand lodern die Flammen, nein, auch die Sängerinnen und Sänger stellen ihr gesangliches Können mit lodernder Leidenschaft für die Musik in den Mittelpunkt einer Revue, die ihresgleichen wird suchen müssen.

Neben den schon traditionellen Veranstaltungen Volksfest, Pfälzer Weinfest, Weihnachtsmarkt und Kinderchorwochenende gibt es auch 2010 dennoch einen kleinen Höhepunkt. Nach Jahren der Abstinenz kann der MGV sein Können wieder auf einer Konzertreise international präsentieren. Vom 2. bis 5. September sind der Frauen- und Männerchor neben 17 weiteren Chören aus Italien, Deutschland und Österreich zu Gast beim „Singen in den Bergen“ in Kärnten/Österreich. Nachhaltige Eindrücke bleiben vom Galakonzert „Cantara in Montagna“ und dem Schlussgottesdienst auf der Koralpe in 1700 m Höhe.

2011 – Mit Erfolg wird der in Auflösung begriffene Jugendchor, die so genannten Jungsänger, in den Modernen Chor „Cantiamo“ überführt, dessen Mitglieder keiner Altersbegrenzung unterworfen sind. Zusammen mit der neu engagierten Chorleiterin Núria Cunillera will die Vereinsführung neben den etablierten Chören mit modernem Liedgut neue Wege beschreiten. 30 Sängerinnen und Sänger unterschiedlicher Altersgruppen geben dem jungen Ensemble als Ausdruck ihrer Freude am Singen den vielsagenden Namen „Cantiamo“, „Wir singen“.

Auf Anregung von Beatrice Hermann gründet sich innerhalb des Kinderchors eine kleine Teenie-Gruppe.

Quasi als Folgeveranstaltung nach dem legendären „Hit des Jahres“ und in der Hoffnung auf mehr findet am 5. Januar die 1. Muggensturmer Schlager- und Oldie-Nacht statt.

Auf Anregung des MGV kommen beim ersten Dorfhock unter dem Motto „Singen mit Freunden“ die eigenen Aktiven mit denen des AGV Harmonie und des Bürgerchors auf dem Rathausplatz zusammen.

Erstmalig erfolgt eine Einladung an den Männerchor zum Weinbergfest am 11. September auf Schloss Eberstein.

Eine erneute Herausforderung und letztendlich ein voller Erfolg für alle Verantwortlichen wird das Jubiläum 20 Jahre Frauenchor im Jahr 2012. Entsprechend ihrem selbst gewählten Motto „Licht aus, Spot an“ stehen die Damen am 3. November während einer mitreißenden SchlagerRevue im Rampenlicht.

Auch 2013 steht von Beginn an wieder ganz im Zeichen eines begeisternden Konzertabends, des „Italienischen Abends“, durch den zu führen Bürgermeister Dietmar Späth die Ehre hat. Unter dem Slogan „Verdi trifft Ramazzotti“ gelingt es unter der bewährten Gesamtleitung von Norbert Dahringer Chören, Solisten wie Musikern perfekt, einem ungewöhnlichen Projekt Leben einzuhauchen. Von der gewagten Idee zur genüsslichen Vollendung – die Vereinigung der klassischen Musik eines Guiseppe Verdi im Jahr seines 200. Geburtstags mit der modernen italienischen Popmusik.



2014

Das Jahr des großen Umbruchs - Völlig überraschend verstirbt Dirigent Norbert Dahringer, der über mehr als 37 Jahre den Großteil seines kulturellen Schaffens dem MGV gewidmet hatte.

 

Claus Lippert

Im selben Jahr übernimmt Claus Lippert das Amt des Chorleiters für den Frauen- und Männerchor.